AktionsbŘndnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung
 
Presse
09.07.16 12:21 Alter: 2 yrs

Bahnprojekt f├╝r Belt-Tunnelanbindung ein Verlustbringer

Kategorie: Presse

Von: h. kerlen

Geldverschwendung beim zweigleisigen Ausbau L├╝beck ? Puttgarden

 

PRESSEMITTEILUNG

Fehmarn  Eine neue Untersuchung zur deutschen Schienen-Hinterlandanbindung des Fehmarnbelt-Tunnels zeigt wieder mal, dass die an das Projekt gestellten wirtschaftlichen Erwartungen weitgehend unrealistisch sind. Entgegen urspr├╝nglicher Erwartungen aus dem Jahr 2010, die noch von einem au├čergew├Âhnlich hohem volkswirtschaftlichen Ertrag ausgingen, ist jetzt zu bef├╝rchten, dass dieser nicht nur wesentlich geringer ausf├Ąllt als erwartet, sondern eine Projektrealisierung sogar zu schweren Verlusten f├╝hrt. Gleiches gilt f├╝r die Neubewertung des Projektes, die in diesem Fr├╝hjahr f├╝r den Bundesverkehrswegeplan 2030 erstellt wurde.

Grund f├╝r diese Bef├╝rchtung sind Erkenntnisse, dass die seinerzeitigen Annahmen auf falschen Grundlagen basieren.

Das Verkehrsberatungsb├╝ro Vieregg-R├Âssler hat in einem aktuellen Gutachten aufgedeckt, dass die offiziellen Evaluierungen in unzul├Ąssiger Weise auf spekulativen Werten basieren, die der Realit├Ąt teilweise eklatant widersprechen.

Das gilt allein schon f├╝r den Zuwachs im Fahrgastaufkommen bei der Bahn, der ├╝bertrieben hoch angenommen wird. Ganz ma├čgeblich ist jedoch dabei die h├Âchst spekulative Annahme, dass der Belt-Tunnel dazu f├╝hren wird, Fracht von der Stra├če auf die Schiene zu verlagern. Dies setzt jedoch sp├╝rbare Kostensenkungen beim Bahntransport durch den Belt-Tunnel voraus. Damit sei jedoch nicht zu rechnen. Femern A/S plant, von der Bahn deren Kosteneinsparungen infolge der Streckenverk├╝rzung in vollem Umfang als Nutzergeb├╝hren abzusch├Âpfen, um damit teilweise den Tunnel zu bezahlen. Konsequenz f├╝r die deutsche Schienen-Hinterlandanbindung: Sie wird zu einer Fehlinvestition, bei der jeder investierte Euro mit einem gesamtwirtschaftlichen Verlust von 70 Cent verbunden sein wird.

Hierzu merkt der Vorsitzende des Aktionsb├╝ndnisses gegen eine feste Fehmarnbeltquerung e.V., Hendrick Kerlen, kritisch an: ?Die Gutachter haben sich bei ihrer Analyse der offiziellen Bewertungen nur auf die Pr├╝fung der verkehrsbezogen Annahmen und deren Auswirkungen auf die Projektrentabilit├Ąt beschr├Ąnkt. Nicht untersucht haben sie, wie weit die Wirtschaftlichkeit des Projekts infolge von durchaus noch zu erwartenden Investitionskostensteigerungen noch tiefer in die Verlustzone abrutschen k├Ânnte. Das Gutachten zeigt jedoch so schon, dass das Projekt als zweigleisige Bahnstrecke v├Âllig ├╝berdimensioniert ist. Die im Bundesverkehrswegeplan 2030 inzwischen erheblich verringerte Prognose zu den t├Ąglichen Zugzahlen macht einen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke sowieso ├╝berfl├╝ssig. Letztlich gilt diese Feststellung auch f├╝r das Gesamtvorhaben Feste Fehmarnbeltquerung, einschlie├člich des Belt-Tunnels?.